Nebengebäude sanieren: Dacheindeckung erneuern ohne großen Aufwand
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Garage, Carport, Gartenhaus oder Werkstatt melden sich meist auf dieselbe Weise. Nach einem Sturm liegt eine Platte im Garten, an der Innenseite zeigen sich Wasserflecken, und beim genaueren Hinsehen sind die Ränder der Eindeckung brüchig geworden. Der Austausch ist an einem Wochenende zu schaffen, sofern vorher zwei Fragen geklärt sind.
Die erste betrifft das Material der alten Eindeckung, die zweite den Zustand der Unterkonstruktion. Beide Punkte entscheiden darüber, ob aus einer überschaubaren Reparatur ein Fall für den Fachbetrieb wird.
Der Asbest-Check kommt zuerst
Graue Faserzement-Wellplatten, die vor 1993 verbaut wurden, enthalten mit hoher Wahrscheinlichkeit Asbest. Das Baujahr des Gebäudes ist dabei der beste Anhaltspunkt, denn in Deutschland gilt seit Anfang der Neunzigerjahre ein Verwendungsverbot. Wer unsicher ist, erkennt asbesthaltige Platten häufig an einer Prägung auf der Unterseite, sicher ist allerdings nur eine Laboranalyse.
Im eingebauten und unbeschädigten Zustand geht von solchen Platten keine Gefahr aus, weil die Fasern mit einem Anteil von etwa zehn bis fünfzehn Prozent fest im Zement gebunden sind. Kritisch wird es erst bei der Bearbeitung, weil beim Bohren, Zerbrechen oder unsachgemäßen Reinigen erhebliche Fasermengen frei werden.
Praktisch heißt das eine klare Trennung. Ist die alte Eindeckung asbesthaltig, endet die Eigenleistung beim Angebot einholen. Die Entsorgung läuft als gefährlicher Abfall über eine zugelassene Annahmestelle, und die Kosten liegen erfahrungsgemäß bei einem Vielfachen des Materialpreises für die neue Eindeckung.
Die Unterkonstruktion prüfen
Bevor Material bestellt wird, gehört die Tragschicht auf den Prüfstand. Bei Nebengebäuden aus den Siebziger- und Achtzigerjahren ist die Eindeckung häufig länger haltbar gewesen als das Holz darunter, weil Kondenswasser von unten gearbeitet hat.
Sparren und Pfetten mit einem Schraubendreher an mehreren Stellen anstechen, weil weiches Holz sofort nachgibt
Die Auflagerpunkte an den Wandanschlüssen kontrollieren, dort sammelt sich Feuchtigkeit am längsten
Den Abstand der Querlattung messen und mit den Vorgaben des neuen Plattentyps abgleichen
Die Dachneigung ermitteln, weil jedes Material eine eigene Mindestneigung verlangt
Die Schneelastzone des Standorts nachschlagen und die zulässige Belastung der Konstruktion prüfen
Der vierte Punkt wird am häufigsten übersehen. Bitumenwellplatten brauchen in der Regel mindestens zehn Grad Neigung, Faserzementplatten je nach System weniger, lichtdurchlässige Profilplatten dagegen wieder mehr. Wer die Mindestneigung unterschreitet, bekommt bei Schlagregen Wasser unter die Überlappung gedrückt.
Die Materialien im Vergleich
Für Nebengebäude haben sich vier Varianten etabliert, die sich in Gewicht, Lebensdauer und Preis deutlich unterscheiden. Wer Wellplatten günstig kaufen möchte, sollte den Vergleich über den Preis je Quadratmeter fertiger Dachfläche führen und dabei Befestigungsmaterial, First- und Ortgangabschlüsse einrechnen. Anbieter wie meinbaustoffversand.de führen die Profilmaße getrennt aus, was wichtig ist, weil sich Platten unterschiedlicher Wellenprofile nicht kombinieren lassen.
Bitumenwellplatten sind leicht, lassen sich mit einer Handsäge zuschneiden und eignen sich für Konstruktionen mit geringer Tragreserve. Ihre Lebensdauer liegt bei etwa fünfzehn bis zwanzig Jahren, und sie verformen sich bei starker Sonneneinstrahlung. Asbestfreie Faserzementplatten halten deutlich länger, wiegen aber ein Mehrfaches und verlangen eine entsprechend dimensionierte Unterkonstruktion.
Lichtdurchlässige Platten aus Polycarbonat oder PVC kommen dort zum Einsatz, wo Tageslicht in den Raum soll, etwa über einer Werkbank. Sie werden meist als einzelne Bahnen in eine ansonsten geschlossene Fläche eingesetzt und müssen im selben Wellenprofil bestellt werden. Trapezbleche schließlich sind langlebig und günstig, leiten aber Regengeräusche ungedämpft weiter.
Die alte Eindeckung entsorgen
Für nicht asbesthaltige Platten ist die Entsorgung unkompliziert, denn Bitumen und asbestfreier Faserzement gehen als Bauschutt oder Sperrmüll über den örtlichen Wertstoffhof. Bei Verdacht auf Asbest gilt das Gegenteil. Das Umweltbundesamt weist in diesem Beitrag auf den richtigen Umgang mit asbesthaltigen Abfällen hin.

Bildquelle: Zohair Mirza auf Unsplash
Für die Kalkulation heißt das, zwei Angebote getrennt einzuholen. Eines für den Rückbau samt Entsorgung und eines für die neue Eindeckung. Nur so wird sichtbar, welcher Anteil auf die Altlast entfällt, und in manchen Fällen ergibt sich daraus die Erkenntnis, dass ein Neubau des gesamten Nebengebäudes wirtschaftlicher ausfällt als die Sanierung.
Bei der Montage entscheiden Details
Die häufigste Fehlerquelle ist die Befestigung. Schrauben gehören ausnahmslos in den Wellenberg und niemals ins Wellental, weil dort das Wasser läuft. Verwendet werden Schrauben mit Dichtscheibe und, bei Faserzement, zusätzlich Kalotten, die den Anpressdruck verteilen. Angezogen wird nur so weit, dass die Dichtung leicht verformt ist, denn eine zu fest angezogene Schraube reißt die Platte.
Bei der Verlegerichtung gilt die Regel, gegen die Hauptwindrichtung zu arbeiten, damit die Überlappungen im Windschatten liegen. Längs überlappt üblicherweise eine ganze Welle, quer je nach Neigung fünfzehn bis zwanzig Zentimeter. Vorgebohrt wird immer, und zwar mit einem Bohrer, der etwas größer ist als der Schraubenschaft, weil die Platten sich bei Temperaturwechseln ausdehnen.
Was rechtlich zu beachten ist
Der reine Austausch einer Dacheindeckung ist in aller Regel verfahrensfrei, solange weder Höhe noch Grundfläche noch Nutzung verändert werden. Sobald jedoch gedämmt, aufgestockt oder umgenutzt wird, greifen andere Regeln, wie die Übersicht zur Bausanierung und ihren Spielarten zeigt. Dort werden Instandsetzung, energetische Sanierung und Umnutzung sauber voneinander abgegrenzt, was für die Frage der Genehmigungspflicht entscheidend ist.
Zu klären ist außerdem der Grenzabstand. Steht das Nebengebäude direkt an der Grundstücksgrenze, darf die neue Eindeckung nicht über die Grenze hinausragen, und das anfallende Niederschlagswasser muss auf dem eigenen Grundstück bleiben. Ein Dachüberstand von wenigen Zentimetern hat in der Praxis schon zu langwierigen Nachbarschaftsstreitigkeiten geführt.
Aufwand und Reihenfolge
Für eine Garage mit rund dreißig Quadratmetern Dachfläche sind zwei Personen etwa einen Tag beschäftigt, sofern die Unterkonstruktion in Ordnung ist. Wer die Sanierung mit weiteren Maßnahmen verbindet, sollte die Reihenfolge planen wie bei einem Neubau, denn auch im Kleinen gilt die Logik aus der Planung der wichtigsten Bauschritte, nach der alles von oben nach unten und von der Hülle nach innen abgearbeitet wird.
Konkret bedeutet das, zuerst das Dach dicht zu machen, danach die Entwässerung anzuschließen und erst zum Schluss Innenausbau oder Anstrich anzugehen. Wer in umgekehrter Reihenfolge arbeitet, riskiert, dass ein einziger Regenschauer die bereits fertige Innenseite ruiniert.
Ein letzter Hinweis zur Beschaffung. Platten werden auf Paletten per Spedition geliefert und meist nur bis zur Bordsteinkante gebracht. Wer keine zweite Person und kein geeignetes Transportmittel für die letzten zwanzig Meter hat, sollte das vor der Bestellung klären, denn eine Palette Faserzementplatten wiegt schnell mehrere hundert Kilogramm.